So wirst du zum Mobbingabwehrer

So wirst du zum Mobbingabwehrer

Bei Babysits, 5 Leseminuten

Gerade in der heutigen Zeit in der schon die Jüngsten per Handy zu jeder Tages- und Nachtzeit mit ihren Freunden und Bekannten verbunden sind, wird Mobbing ein immer heikleres und vor allem schwer zu kontrollierbares Thema. Bei Nichtbeachtung bzw. Wenn man keine Vorsichtsmaßnahmen trifft und bei einem Mobbingfall nicht eingreift, kann es langfristige negative Folgen haben. Deshalb haben wir hier einige Warnsignale und Tipps, die euch dabei helfen können, Mobbing zu erkennen und den betroffenen Kinder zu helfen.

Zu Beginn ist es ganz wichtig, abzuklären, welche Art von Mobbing vorliegt. Mobbing kann verbal und nonverbal sein. Bei nonverbalem Mobbing, also physischer Gewalt wie z. B. Treten oder Schlagen, sind die Zeichen von außen oft eindeutiger sichtbar (nicht logisch erklärbare Schrammen, Kratzer, blaue Flecken, etc.). Aber auch verbales Mobbing kann zu enormen Schäden führen, die leider von außen oft unsichtbar sind. Doch diese psychische Gewalt kann auf lange Sicht sogar schlimmere Folgen haben als die physische. Besonders anfällig für verbales Mobbing sind Plattformen wie Facebook, Instagram und Whatsapp: durch die Anonymität und Distanz werden die Täter mutiger und verlieren ihre Hemmschwelle.

Welche Kinder sind der Gefahr des Mobbings ausgesetzt?

Oft sind gemobbte Kinder und Jugendliche sehr sensibel, schüchtern und haben ein geringes Selbstwertgefühl. Vielleicht haben sie aber auch ein Hobby, das viele ihrer “Freunde” nicht verstehen und akzeptieren können und sie werden deshalb gemobbt. Leider ist es auch oft so, dass Kinder mit Migrationshintergrund aufgrund ihrer Herkunft oder ihrem Aussehen gemobbt werden. Wir möchten aber ganz klar betonen, dass in keinem Fall das Kind selbst daran Schuld ist, dass es gemobbt wird. Egal wie schüchtern das Kind ist, welches “merkwürdige” Hobby es hat oder wo es herkommt; die Verantwortung liegt immer bei den Kindern, die andere Kinder schikanieren und nie bei den schikanierten Kindern selbst.

Wie kann ich erkennen, ob das Kind Mobbing ausgesetzt ist?

Es gibt einige Anzeichen, bei denen eure Alarmglocken klingeln sollten. Obwohl die Reaktionen eines gemobbten Kindes unterschiedlich sein können, gibt es ein paar Verhaltensweisen, die oft mit Mobbing assoziiert werden können:

Ungerechtfertigte aggressive Haltung: Kinder, die unfair behandelt werden, sind oft wütend auf andere, auch wenn diese Anderen nichts mit dem Mobbing zu tun haben. Das schließt auch Familie und richtige Freunde ein. Es kann auch vorkommen, dass sie ein ähnliches Verhalten an den Tag legen wie die Mobber selbst.

Sie ziehen sich zurück: Die Kinder möchten oft nicht mehr hinausgehen und keine Aktivitäten mehr unternehmen bei denen viele Personen anwesend sind. Das liegt daran, dass sie die Szenen, die sie am Ort des Mobbings erleben, nicht auch noch in anderen Situationen erleben möchten. In ernsteren Fällen erfinden sie teilweise auch Gründe, warum sie gar nicht mehr zum Ort des Mobbings, z. B. zur Schule, gehen möchten.

Plötzliche Änderungen des Verhaltens: Die schulischen Leistungen verschlechtern sich, das Kind ist gereizt und es kommt zu plötzlichen Stimmungsschwankungen. Oft kann auch starkes Weinen ein Anzeichen für Mobbing sein.

Tipps bei Mobbing Kinder

Was könnt ihr tun, wenn ihr einen Verdacht auf Mobbing hegt?

Als Elternteil ist die erste Reaktion darauf, dass ihr Kind gemobbt wird wahrscheinlich gleichzeitig Wut und Traurigkeit. Keine Mutter und kein Vater möchte, dass ihr Kind leidet und einer solchen Qual ausgesetzt ist. Bevor man jedoch impulsive und unüberlegte Handlungen tätigt, sollte man zuerst den Problemen auf den Grund gehen.

Sprecht mit euren Kindern. Der Dialog zwischen Eltern und Kindern ist für Kinder unglaublich wichtig, besonders unter diesen Umständen. Wenn sie das Gefühl bekommen, dass ihre Eltern ihnen zuhören, fühlen sie sich geborgen und gut aufgehoben. Verurteilt die Kinder nicht, sagt ihnen nicht, dass sie etwas falsch gemacht haben sondern hört ihnen zu und versucht zu verstehen, was die Probleme und Ängste sind.

Stachelt die Kinder nicht zu Gewalt auf. “Wehr dich doch einfach mal” oder andere Ratschläge in diese Richtung bringen das Kind überhaupt nicht weiter. Ganz im Gegenteil, Aggressivitäten mit Aggressivitäten zu bekämpfen ist nicht die Lösung für diese Probleme.

Wenn es sich um eine leichte Form von Mobbing handelt, kann es ein guter Rat sein, den Mobber zu ignorieren, da die Gleichgültigkeit eine nicht zu unterschätzende Waffe gegen Mobbing ist. Mobber bekommen selbst oft in anderen Bereichen zu wenig Aufmerksamkeit und verspüren den Drang, andere Kinder zu provozieren um dieses Defizit zu kompensieren. Wenn sie aber spüren, dass das nicht mehr funktioniert, lassen sie früher oder später von ihm oder ihr ab.

Wenn eine extremere Form von Mobbing vorliegt, kann es notwendig werden, Dritte miteinzubeziehen. Das kann je nach Umfeld die die Lehrerin, der Sporttrainer oder eine andere Person sein. Fragt bei diesen Personen nach, ob sie etwas bemerkt haben und erzählt ihnen von eurem Verdacht und euren Beobachtungen. Stellt dabei aber keine unbegründeten Anschuldigungen auf, sondern geht in den Dialog mit diesen Erwachsenen und versucht gemeinsam, eine Lösung zu finden.

Tipps bei Mobbing Kinder


Leider gibt es keine allgemein gültige, unkomplizierte Lösung wenn ein Kind gemobbt wird. Das wichtigste ist, dass euch bewusst ist, dass es Mobbing gibt und dass es verschiedene Formen und Anzeichen haben kann. Redet den Kindern gut zu und hört ihnen vor allem zu. Dann werden sich die Kinder gut aufgehoben fühlen und ihre Ängste und Sorgen mit euch teilen.